Mir macht die Finanzmarktkrise angst. Ein Bayern ohne CSU kann ich mir vorstellen, ein rechtspopulistisch regiertes Österreich auch. Aber wie sieht ein internationaler Bankenzusammenbruch aus? Welche Auswirkungen hat das auf mich persönlich? Auf Menschen, die von staatlichen Transferleistungen abhängig sind, auf Menschen, die mir nahestehen?
In diesem Fall fehlt mir neben der Phantasie auch das Wissen darum, wie eng denn nun wirklich alles miteinander verknüpft ist. Wo ist das ganze Kapital hin, dass dem Finanzmarkt nun entzogen wurde? War das nur Spielgeld, das sich in Luft aufgelöst hat? Taucht es woanders - noch zerstörerischer - wieder auf? Welche Folgen hat das für soziale und künstlerische Projekte, die daraus gespeist wurden, zumindest in den USA? Wann klagt endlich jemand Greenspan an und macht ihn nachträglich zur persona non grata?
Kann Palin eine einzige dieser Fragen beantworten? Oder Obama? Oder Merkel?
Finde ich das Ergebnis der bayrischen Landtagswahl. Ja, o.k., Macht der CSU gebrochen - aber wie lange? Das linke Lager hat nicht eine Stimme dazu gewonnen, die FDP wird jetzt mit einer unerfahrenen Truppe Regierungsverantwortung übernehmen (und ihre Besten noch in die Regierung schicken!) und die Freien Wähler müssen erstmal beweisen, dass sie landesweit mehr verbindet als der Name. Ich seh die CSU beim nächsten Mal schon wieder zurück in alten Höhen; für weitere 40 Jahre.
Trotzdem den bayrischen Grünen ganz herzlichen Glückwunsch zum sauguten Ergebnis! Ich lass mich auch gerne eines Besseren belehren.
MOPO von heute, Seite 10: Soll die GAL die Koalition beenden? Ein gewisser Johannes W. aus St. Pauli ist sich sicher: “Ich denke, die Grünen werden alle rechtlichen Mittel gegen das Kraftwerk ausschöpfen. Die Koalition sollte bestehen bleiben.”
Ich persönlich hätte ja folgende Ansage viel Lustiger gefunden: “Die kleben doch bloß alle an ihren Sesseln und sollen sich mal lieber richtige Arbeit suchen!”.
Am 30.Sep ist ein Mitgliederabend zum Thema. Bis dahin darf ich noch hoffen, dass unseren Verantwortlichen noch ein juristischer Kniff einfällt, der die “mit uns gibt’s kein Moorburg”-Wahlstrategie nicht wie totales Politgelaber aussehen lässt.
Ein Leser, eine Leserin, die über meinen alten Blog hierher gefunden hat. Willkommen!
Hier wird es um meine Themen gehen: Politik, Essen, St. Pauli, Lesen, Leben. Angeblich glauben viele Deutsche ein totaler Stromausfall würde ihr Leben nicht beeinflussen. Ich gebe hiermit zu: Mein Leben ist ohne Strom nicht denkbar! Ich wäre innerhalb kürzester Zeit bargeldlos (ohne Automaten), mein Kühlschrank würde stinken, meine Augen beim Lesen im Kerzenschein verderben, mein Geist verkümmern ohne Internet, Zeitschriften, Radio und Telefonate… Neben einem totalen Stromausfall hat mich kürzlich ein Bekannter noch auf ein anderes Problem aufmerksam gemacht: was macht eigentlich die Gesundheitswirtschaft, in der ich ja nun tätig bin, ohne Erdöl? Oder mit hohen Erdölpreisen? Bei all den Plastikeinwegverpackungen?