November 2008
Monthly Archive
Wed 26 Nov 2008
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politisches1 Comment
CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer lässt sich zu Clements Austritt wie folgt zitieren: „Mit dem Austritt Clements aus der SPD hat die seit Monaten laufende Säuberungswelle innerhalb der Partei ihr bisher prominentestes Opfer gefunden.“
Ganz ehrlich: Ist der von Teilen der Ex-Parteispitze erzwungene Rücktritt eines amtierenden bayrischen Ministerpräsidenten nicht viel eher eine “Säuberungswelle” als der freiwillige Austritt eines Ex-Ministerpräsidenten? Von dem sogar die FDP meint, dass er besser zu ihnen als zur SPD passt? Hm?
Und darf ich bitte mal von einem/r einzigen CDU-/CSU-Abgeordneten so viel Sorge um das bundesrepublikanische Allgemeinwohl und die Gefühle der Opfer hören, wenn ein Neonazi aus der Haft entlassen wird, wie jetzt zur Entlassung Christian Klars? Ich mache mir nämlich um meine lebenden Freundinnen und Freunde viel mehr Sorgen, wenn draußen rechte Schläger, Rassisten und nationalsozialistische Vordenker der Neuen Rechten unterwegs sind.
Wed 26 Nov 2008
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frauen1 Comment
Heute ist ja Internationaler Tag gegen Gewalt gegen Frauen. Nun ist mir als passionierter Krimileserin literarische Gewalt gegen Frauen nicht wirklich fremd. Bei einigen Krimis frage ich mich allerdings, ob den Autor nicht doch Frauenhass umtreibt, wenn in drei Büchern in Folge jeweils eine dem Protagonisten nahestehende Frau bestialisch ermordet wird, weil sie 1. zu gutgläubig ist und 2. sich auch noch total trottelig verhält.
Ist ja klar, dass dem Helden immer wieder schlimme Prüfungen auferlegt werden, so funktioniert ja Heldenmythosentstehung und Männerinitiierung. Warum allerdings das immer zu Lasten einer eigentlich als cleveren, instinktsicheren Frau gehen muss, bleibt in dieser Serie zumindest offen. Womit ich wieder bei der Vermutung bin, dass es da ein Motiv des Autors gibt, das doch etwas mit dem 25. November zu tun hat.
Sat 22 Nov 2008
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sonstigesNo Comments
Herr Professor Püschel vom UKE taucht im Fernsehen auf, als gerade gezappt wird. Er betreut in einer Infotainmentsendung einen wirklich lustigen Versuch: Wie stramm ist man nach einem Bad in Champagner? Sonya Kraus ist die Probandin und nach fünf Minuten deutlich beschwipst. Was ohne orale Aufnahme bei 1,67 Promille Atemalkohol auch nicht wirklich ein Wunder ist. Ich bin gespannt, ob die Kraus nun wirklich dreißig Minuten in der Badewanne bleibt - und ob sie nach dem Experiment direkt ins Bett geht…
Thu 20 Nov 2008
Ich mag Paprika nicht besonders. Und bei gefülltem Gemüse muss ich immer an Hackfleisch denken oder an seltene Getreide, wenn es vegetarisch sein soll. Seit gestern ist das anders. Seit gestern bin ich ein Fan von Gefüllten Paprika. Das Rezept stammt aus “Die 100 besten Kochrezepte aus aller Welt” von Teubner. Kein modernes Kochbuch, meine Ausgabe stammt von 1994. Aber diese “100 besten…” von Teubner sind wirklich toll. Wir besitzen außerdem das Nudelkochbuch, ein absoluter Geheimtipp. Antiquarisch hat man manchmal Glück, aber je besser die Bücher, umso teurer die Angebote.
Hier also das Rezept: Die Paprika werden entkernt, nachdem ein Deckel abgeschnitten wurde. Zwei alte Brötchen fein würfeln und mit 3 Esslöffel Olivenöl vermischen. Dann 1 EL Kapern, 2 Knoblauchzehen, 6 Sardellenfilets, 2 EL Petersilie, 1 EL Thymian und 15 schwarze Oliven fein hacken und mit einem kräftigen Schuss Olivenöl mit den Brötchenwürfeln vermischen. Die Füllung soll schön kleben, ohne einen Brotbrei zu geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Füllung, die jetzt schon köstlich duftet, auf die vier Paprikaschoten verteilen und mit je einem EL geriebenem Parmesan bestreuen. Paprikadeckel drauflegen, in eine Auflaufschüssel mit 125 ml Brühe setzen. Bei 180°C 40 min garen - fertig!
Die süße geröstete Paprika verbindet sich aufs Beste mit der herzhaften Füllung, dazu passen Salat und gebratene Zucchini. Geht schnell und ist Euch allen empfohlen, weil die Reste auch kalt schmecken.
Thu 20 Nov 2008
Lange habe ich immer mal wieder gesagt, dass ich hier eigentlich gerne auch über meine ganz große Leidenschaft schreiben würde: Essen, Kochen, Lebensmittel.
Die Kategorie “Warnung vor dem Feind” ist dabei denjenigen Zutaten gewidmet, die so ungenießbar sind, dass ich nicht umhin komme, sie als Müll zu outen. Heute: Spanische Oliven von “Feinkost Dittmann”. Nun sollte man ja eigentlich sowieso keine entsteinten, gefärbten Oliven kaufen, weil die meistens nur nach Essig, Salz und entfernt nach Olive schmecken. Diese Oliven dagegen schmecken nach… nichts. Nach schwarz gefärbter Luft höchstens.
Im krassen Gegensatz zur totalen Geschmacklosigkeit steht allerdings folgender Text auf der Verpackung: “Diese neue Gourmet-Kreation wird Sie begeistern! Ausgesuchte schwarze Oliven werden entsteint und trocken eingelegt. Die ideale Beilage zu Tapas, mediterranen Gerichten, zu kräftigem Käse und fruchtigen Salaten.”
Klar passt schwarzes Nichts irgendwie zu allem. Auch zu Bier, Panna Cotta und Kartoffelsuppe. Aber welcher Gourmet will denn Oliven, die alleine vom Auge erkannt werden? Das bleibt Feinkost Dittmanns Geheimnis. Tipp an Euch: Billigere Sorte nehmen, die können nur besser sein.
Sun 16 Nov 2008
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politischesNo Comments
Da ich ja weder in Erfurt noch in Eimsbüttel und erst recht nicht in Berlin unterwegs war, sondern im schönen Hamburg, erreichen mich lauter spannende Infos erst mit Verspätung. Dazu gehören nicht so sehr die Wahlergebnisse grüner Prominenter für grüne Gremien, sondern die Tatsache, dass Niels Annen tatsächlich in der Abstimmung um sein Bundestagsmandat unterlegen ist. Da bin ich ja mal gespannt, wie der SPD-Kreisverband Eimsbüttel mit diesem Ergebnis umgeht. Vielleicht finden sich ja Mehrheiten für irgendeine Form von Rückholantrag oder Wiederholung? Oder die SPD macht in dem Kreisverband explizit Wahlkampf für eineN grüneN Kanditati/en? Sonst muss Annen was in der Regierung werden. Vielleicht eh besser. Auf jeden Fall zeigt sich, dass doch diejenigen Recht haben, die sagen, dass man Kahrs und seinen Jüngern nur so weit trauen sollte, wie man sie schmeißen kann…
Dass wikipedia.de abgeschaltet ist, hätte ich gar nicht gemerkt, weil ich immer über wikipedia.org gehe. Für den Politiker der Linken Lutz Heilmann geht der Schuss jedenfalls nach hinten los. Hatte er wohl gehofft, mit einem Angriff auf die Pressefreiheit unliebsame Informationen aus seiner Biographie tilgen zu können, so muss er jetzt feststellen, dass noch nie so viele Menschen so viele Details über den MdB Lutz Heilmann wussten wie nach dem 15.11.2008. Menschen, die im Durchschnitt wahrscheinlich informations-, politik- und webaffiner sind als die BILD-LeserInnen, die die Infos auch schon hatten.
Ich jedenfalls weiß jetzt wieder, warum ich den Beteuerungen, die SED-Nachfolgepartei “Die Linke” sei eine Partei wie jede andere, doch keinen Glauben schenke.
Fri 14 Nov 2008
Obwohl ich langjährige EMMA-Abonnentin bin und das Abo auch schon verschenkt habe, ärger ich mich immer wieder über sie. So ausgewogen viele Artikel auch sind - sobald Alice Schwarzer zur Feder greift, mangelt es oft an journalistischem Niveau. Soll heißen, an der Fähigkeit, Argumente, die man nicht teilt, aufzugreifen und argumentativ zu widerlegen. Am Beispiel Prostitution wird das natürlich immer wieder deutlich. So vergisst die EMMA regelmäßig, mal eine aktuelle Analyse der so hochgelobten schwedischen Gesetze zu liefern. Die schwedische Regierung verzichtet auf so eine Analyse meines Wissens, es gibt aber Hinweise, dass das Verbot der Prostitution dazu geführt hat, dass schwedische Prostituierte vermehrt Gewalt durch die Freier ausgesetzt sind. Schließlich findet der bezahlte Sex weiterhin statt - bloß im Verborgenen, abseits der erleuchteten Straßen, der bewohnten Viertel.
In der aktuellen EMMA gibt es zwei weitere Beispiele.
So findet sich auf Seite 102 eine Anzeige, die mir vielleicht gar nicht aufgefallen wäre, hätte ich nicht auf Luise Puschs großartigem Blog darüber gelesen. Es geht um die Ausstellung “Der verbotene Blick auf die Nacktheit”. Die Nacktheit von Frauen selbstverständlich. Was das in einer feministischen Zeitschrift zu suchen hat, bleibt leider offen. Luise Pusch hat jedenfalls alles Nötige dazu gesagt.
Zweitens kann ich Alice Schwarzers Schulterschluss mit den Rechten in Sachen Islam nicht leiden. Egal wogegen man ist - man sollte sich von falschen Bündnispartner fernhalten.
Wieso Alice Schwarzer also die Demonstrationen “der Linken” gegen die Pro-Köln-Demo “ironisch kritisiert”, bleibt mir total schleierhaft. Offensichtlich macht auch Feministinnen “Voreingenommenheit [….] blind und schwerhörig”? Bei aller berechtigten Kritik an der DITIB-Zentralmoschee: es ist natürlich völlig in Ordnung gegen eine rechte Organisation und ihre Ausländerfeindlichkeit, ihre nationalsozialistischen Anhänger und ihre übrigens auch frauenfeindliche Ideologie inklusive Mutterkult und Rassenwahn zu demonstrieren.
Aber ich bin mir sicher, dass Alice Schwarzer es nicht nötig haben wird, zu erklären, was sie an Pro-Köln so toll findet…
Thu 13 Nov 2008
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Heute stoße ich über lauter lustige kleine Dinge im Netz. Zum Beispiel als ich mich für den DFG-Newsletter anmelden wollte. Da steht unter dem Feld “Titel” doch tatsächlich ein Feld “Adelsprädikat”. Völlig ironiefrei. Dabei rege ich mich sowieso dauernd auf, dass es vielen Deutschen nicht präsent zu sein scheint, dass der Adel in Deutschland samt seinen Privilegien seit 90 Jahren abgeschafft ist. “Adelsprädikate” gibt es seitdem nicht mehr, sie sind Bestandteile des Nachnamens geworden - und sollten gerade von einer öffentlich finanzierten Einrichtung auch so behandelt werden.
Thu 13 Nov 2008
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fundstückeNo Comments
Was will mir die GMX-Startseite damit sagen: “Angelina Jolie, Jean-Claude van Damme und viele andere Hollywood-Stars haben schon Helden aus Computerspielen in realen Filmen verkörpert.”
Mein Fernseher ist realer als mein Laptop? Lara Croft ist realer, wenn sie von Jolie gespielt wird, als wenn sie von XYZ gezeichnet wird? Van Damme ist realer, wenn er Comicfiguren spielt, als wenn er Romanfiguren verkörpert? Vielleicht sind SchauspielerInnen ja sowieso nur real, wenn man ich sie im Kino angucken kann? Das würde mich vielleicht am wenigsten wundern…
Tue 11 Nov 2008
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politischesNo Comments
Im Großen und Ganzen fand ich die Castor-/Gorleben-berichterstattung dieses Jahr ganz ok. Es wurde häufig auf die Präsenz der Grünen hingewiesen und darauf, dass die Demo auch deshalb so gut besucht war, weil sie sich gegen die Verlängerungen der Laufzeiten richtete - und damit ein Thema hatte, mit dem sich auch nicht ganz so eingefleischte AtomkraftgegnerInnen identifizieren konnten.
Eine Ausnahme bildet der Kommentar im gestrigen Abendblatt von Florian Kain. Er behauptet, die Grünen würden gegen ihren eigenen Atomkompromiss demonstrieren und damit zeigen, dass sie sich auf eine dauerhafte Oppositionsrolle im Bund einrichten.
Nun ist es wohl aber eher so, dass die meisten DemonstrantInnen ganz dankbar wären, wenn die CDU sich noch an den damals geschlossenen Kompromiss halten würde. Weil dann wenigstens ein Ende der Atomkraft und damit der Atommüllproduktion absehbar wäre. Und weil es dann keine Vorfestlegung auf Gorleben als Endlager gäbe, sondern man sich vielleicht auch noch mal bei den Atomstromverliebten Bayern umgucken könnte. Wo die ja schon keine Gentechnik erlauben werden, weil sie zwar technikbegeistert sind, aber eben vor allem weit weg von der eigenen Haustür. Auch die bayrische FDP könnte dann beweisen, wie sehr ihr die Kernkraft am Herzen liegt.
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