Tue 27 Jan 2009
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July 28th, 2009 at 8:15 pm
Erreichbar ist der Mann nicht. Will seine Position wohl nicht diskutieren.
Danke für deine Mail, ich habe mich ja auch damit auseinandergesetzt. Es nervt einfach nur.
July 28th, 2009 at 8:19 pm
[…] Katja Husen: “Stein des Anstoßes” […]
July 28th, 2009 at 8:20 pm
Danke!
July 28th, 2009 at 8:30 pm
Um die Analogie weiter zu treiben: Internetsperren sind die Kronkorken auf der Bierflasche. Halten keinen Konsumenten ab und halten in Wahrheit das Bier frisch und trinkbar.
Zur Erläuterung: mit der Produktion von Kinderporno kann heute wohl kaum Geld gemacht werden. Mit der Umgehung von Sperren&Co hingegen schon.
July 28th, 2009 at 8:41 pm
Du schießt übers Ziel hinaus, wenn Du von Matthias Güldner auf “seine Generation” schließt, der ich auch angehöre. In jeder Generation gibt es Leute, die keine Ahnung haben und/oder sich nicht zu benehmen wissen.
Und die angebliche, aber wirkungslose Internetsperre wirkt auf mich so, als wenn die Polizei, anstatt Straftaten zu verhindern, davor einen Paravent aufstellen würde, mit der Aufschrift: “Achtung! Hinter diesem Paravent geschieht eine Straftat.”
Solch ein Gesetz verhindert keine Kinderpornographie, sondern schützt nur die “braven Bürger” vor dem Anblick derselben.
July 28th, 2009 at 8:49 pm
Sehr schöne Kommentare gibt’s auf Spreeblick
http://www.spreeblick.com/2009/07/27/dont-feed-the-trolls/
bei Julia Seeliger (vor allem in den Kommentaren)
http://www.zeitrafferin.de/
und auch der Bundesvorstand der Grünen
http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/das-netz-ist-nicht-buergerrechtsfrei.html?tx_ttnews[backPid]=10&cHash=561847049f
und der Grünen Jugend
http://www.gruene-jugend.de/show/597839.html haben sich klar positioniert.
July 28th, 2009 at 8:54 pm
@ Dennis: Nun, da der Mann ja selber eine Internetseite hat, hoffe ich mal, dass meine Mail ankommt. Wenn er denn nach seinem Urlaub / Untertauchen überhaupt noch bereit ist irgendwas zum Thema zu lesen und nicht bloß versucht es auszusitzen…
July 28th, 2009 at 8:55 pm
[…] Katja Husen: Stein des Anstoßes […]
July 28th, 2009 at 8:56 pm
@ Ingo: Du hast recht. Ich hab’s geändert. Bleibe aber dabei, dass es auch eine Generationenfrage ist.
July 28th, 2009 at 11:45 pm
@Katja: Daß der Ton bzw. “Stil” des Herrn Güldner, den Du völlig zu Recht kritisierst, keine Generationenfrage ist, darin sind wir uns hoffentlich einig.
Was das Verhältnis zu den neuen Medien betrifft, so haben Jüngere vielleicht einen kleinen Vorteil. Allerdings halte ich die von Dir angeführten Vorbehalte doch eher für eine Frage des individuellen Charakters. Denn im Gegensatz zu jüngeren Menschen weiß ich die Vorteile moderner Technik besonders zu schätzen - nachdem ich mit Kassettenrekorder, Plattenspieler, Telefonwählscheiben und ohne Computer (den C64 gab’s erst, als ich längst erwachsen war) aufgewachsen bin.
Vielleicht ist es eher eine Frage der Bildung, ob und wie einem Menschen der Zugang zu den neuen Medien gelingt?
July 29th, 2009 at 12:05 am
Er sollte sich entschuldigen.
July 29th, 2009 at 12:18 am
Danke, Katja für diesen Beitrag! Auch wenn ich rein biologisch der M. Güldner’s Generation als deiner und Julia’s angehöre, teile ich euere und nicht seine Position.
Als ich Güldner’s Beitrag las, da war ich fassungslos. Es geht also noch schlimmer und stupider, als die Präsentation der “Grünen Zensursula” auf der Berliner BDK Anfang Mai, die unsere Kollegin aus Hamburg-Nord geboten hat. Aber nicht nur alte Kerle haben manchmal ziemlich verquaste Ansichten …
July 29th, 2009 at 1:14 am
@ Ingo:
Nächster Versuch: Ich glaube, dass es in Deiner Generation (oder der Generation meiner Mutter *1949) viele gibt, die die Vorteile des Netzes erkannt haben und auch nutzen: E-Mails, Online kaufen und buchen u.ä.
Dabei handelt es sich aber meistens (Ausnahmen bestätigen die Regel) um digitalisierte Formen analogen Verhaltens.
Eher bei denen, die noch jünger sind als ich (Jahrgang 1976) ist das Netz schon so sehr Bestandteil ihres Lebens, dass sie sich ein “ohne” gar nicht vorstellen können. Sie haben ja auch nie ohne gelebt. Daher tauchen bei ihnen auch keine verklärenden “ohne Internet wäre dieses oder jenes Phänomen nie so schlimm / verbreitet / bedrohlich / verdorben”-Gedanken auf, die ich bei Älteren (unabhängig vom Bildungsgrad) immer wieder antreffe. Häufiger übrigens bei Frauen als bei Männern. Ganz küchenempirisch…
July 29th, 2009 at 4:17 am
@Katja: Vielleicht kommen wir nicht auf einen Zweig, weil mir nicht ganz klar ist, was Du mit “digitalisiertem Verhalten” meinst. Die Kommunikation ist digitalisiert worden, und dadurch werden den meisten Menschen weltweit neue Kommunikationsmöglichkeiten eröffnet.
Wenn es so etwas wie “digitalisiertes Verhalten” gäbe, dann müßte ich ja damit schon zu einer Zeit (*1961) zur Welt gekommen sein, als es das noch gar nicht geben konnte. Ich glaube, ich habe zum ersten Mal so um 1980 herum vom Internet (damals ausschließlich in den USA) gelesen, und wartete von dem Moment an sehnsüchtig bis 1994, als es mir auch als Privatmensch möglich war, mir einen Internetzugang zu leisten. Seitdem kann ich mir ein Leben ohne auch nicht mehr vorstellen.
Ich habe also gut 15 Jahre Internet auf dem Buckel, und meine Erfahrung ist, daß die Menschen “im Internet” auch nicht anders sind als im RL. Wenn sie sich sicher fühlen, lassen sie auch gerne mal die Sau raus, was im Netz aufgrund vermeintlicher Anonymität öfter geschieht als z.B. in der Fußgängerzone von Freiburg.
Bei der jüngeren Generation stelle ich allerdings mit Erschrecken fest, daß sie mit ihren persönlichen Daten viel sorgloser umgehen als meine Generation. Als ich meinem Vater (*1936) das Internet erklärte, brauchte ich ihn nicht darauf hinzuweisen, sorgsam mit seinen Daten umzugehen. Ein wenig von seiner natürlichen Skepsis wünsche ich auch der jüngsten Generation wieder.
Aber ich möchte nochmal auf Herrn Güldner zurückkommen. Da hat er auf eine ziemlich unverschämte Weise etwas zu einem Thema geschrieben, von dem er offensichtlich keine Ahnung hat. Das eigentliche Problem dabei ist für mich, daß er anscheinend in derselben Partei wie ich ist.
Aber da nicht ich, sondern er der Abweichler zu sein scheint, und dieses auch offiziell und öffentlich bekanntgegeben wurde, mache ich mir kaum noch Gedanken darüber. Wahrscheinlichlich hat er dazu inzwischen auch schon mehr Protestmails erhalten, als er bis zur BTW wird beantworten können.
Und ich glaube auch, daß er außer bei seinen Kritikern kaum Aufmerksamkeit mit jenem Artikel erregt hätte. Klar, ein paar Leute nutzen sowas gerne zum Grünen-Bashing. Deshalb war eine zeitnahe Reaktion des Bundesvorstands angemessen.
Wie Herr Güldner selbst nun reagieren wird, bleibt abzuwarten. Ich kenne ihn nicht persönlich, doch eine Entschuldigung - für den Stil des Artikels, nicht für seine Meinung an sich, die ihm natürlich freisteht - stünde ihm sicherlich gut zu Gesicht. Schauen wir mal, ob er in der Lage sein wird, über seinen Schatten zu springen.
July 29th, 2009 at 5:26 pm
Was Güldner schreibt ist ehrlich, jetzt heucheln die FunktionärInnen der Grünen doch nur der Digitalen Basis hinterher. Die Grünen haben keine Kompetenz in der Digitalen Medienpoltik gezeigt, sie haben nicht einmal hingekriegt Offene Standards für das Intern zu fördern als sie an der Regierung waren. Digitales Mediengedöns hat man machtfernen Jungpolitikern überlassen und so sieht die Situation dann auch aus. Wer eine digitale Bürgerbewegung Gehör finden will, der bekommt das love bombing der Grünen Führung aber eben keine praktische Unterstützung. Die Enthaltung im Bundestag zeigt doch klar, woran wir sind.
Güldners Frage sollte beantwortet werden. Der antiliberale Maulkorb aufgrund windiger Programmbeschlüsse ist zum Kotzen. In der Tat ist interne Bildungsarbeit notwendig.
July 30th, 2009 at 9:22 pm
hey katja,
auch von mir dank für diesen fundierten artikel. er fasst wohl das zusammen, was auch gerade in meinem kopf umhergeht - allerdings in meinem kopf weniger fundiert und nicht so gut strukturiert.
ich finde, es ist eine sache, eine meinung zu vertreten (mal ganz davon abgesehen, ob diese auf einem fachlichen sockel steht). aber ich ärgere mich wirklich darüber, dass er das gleich in die medienöffentlichkeit tragen will - entgegen den beschlüssen, die von der mehrheit getragen werden und sachlichen grundlagen enthoben - und sich damit ins rampenlicht. kein mensch versteht, was das bitte sollte.
ich find, wenn da diskussionsbedarf besteht oder vielleicht noch wissenslücken bestehen, sollte man zuallererst einmal in den gemeinsamen diskurs gehen oder irgend jemanden fragen, der sich auskennt. und dann kann man weiter sehen. aber so ist das einfach nur ärgerlich.
naja, bin mal gespannt, wie julia’s info veranstaltung heut abend im münchner backstage angenommen wird. wenn ich zeit hab, schau ich auch noch vorbei…
August 3rd, 2009 at 7:27 pm
@ Karsten:
Schon klar: Wenn ein Grüner Scheiß schreibt, ist das ehrlich und beweist, dass all die Grünen, die sich auf Parteitagen für fortschrittlichere Beschlüsse eingesetzt haben bloß Marionetten der Altvorderen sind.
Und Du bist der Einzige, der’s erkannt hat und sich zu sagen traut. Toll.
Dass in Wirklichkeit zu jedem Thema der Welt bei den Grünen zwei Meinungen gibt, weil wir nun mal nicht gleichgeschaltet sind: Nicht der Rede wert.
Dass die Grünen in der Koalition bloß der kleine Koalitionspartner waren und viele, die behaupten, in der Position könne man alles machen, zuhause nicht mal gegen ihreN LebenspartnerIn was durchsetzen können: Geschenkt.
Ich mach mir die Welt widewidewie sie mir gefällt…
August 3rd, 2009 at 7:37 pm
@ Ingo:
Vielleicht erklärt es das:
Viele (ältere), die ich kenne, nutzen das Internet wie o.a. für Sachen, die sie sonst sowieso machen würde, bloß telefonisch oder per Post.
Jüngere (und dazu zähle ich nicht mal mich wirklich mehr) nutzen das Netz aber für Dinge, die darüber meines Erachtens hinausgehen. Sie bloggen, chatten, gamen, programmieren, bearbeiten, verlinken, unterschreiben, mailen, klären, bewerten, mobilisieren, aber sie würden das in dem Umfang nie im realen Leben tun, es ist Teil einer Netzidentität. Sie sind ständig online, nicht nur an stationären Rechnern oder mit Laptops, sondern auch über Handys und PDAs. Sie haben kein Festnetztelefon mehr und keinen CD-Player, keinen DVD-Player und Fotoalben, sondern eine Festplatte (oder mehrere).
Ich weiß gar nicht, warum Du Dich so auf den Schlips getreten fühlst. Erstens bist Du (offensichtlich) nicht repräsentativ für Deine Generation und zweitens behaupte ich ja nicht, dass das eine Leben besser als das andere ist - es ist bloß anders. Und in Bezug auf’s Netz definitiv angstfreier, daher auch der sorglose Umgang mit den eigenen Daten. Dass dieser sorglose Umgang nicht immer gerechtfertigt ist, weiß ich auch. Aber so schlecht sind die Erfahrungen der Jungen offensichtlich (noch) nicht.
August 4th, 2009 at 7:04 pm
Wenn Güldner der Abweichler ist, wie erklärst du dir dann die anderen 14 Enthaltungen? Schlecht informiert und keine Meinung gehabt, oder in Wirklichkeit auch dafür gewesen?
August 4th, 2009 at 7:11 pm
Korrektur.
Sollte heißen: Wie erklärst du dir dann die 15 Enthaltungen?
August 5th, 2009 at 1:20 am
@ Martin: Ich habe nie behauptet, dass Güldner der einzige Grüne ist, der mit den Positionen der NetzsperrengegnerInnen Probleme hat.
Es gab ja nicht nur die 15 Enthaltungen, sondern auch eine Debatte beim letzten Parteitag, auf dem sich einzelne Delegierte sehr deutlich Pro-Netzsperren geäußert haben.
Die MdBs waren während der Abstimmung ihrem Gewissen verpflichtet, ich bedaure ihre Entscheidung sehr, habe das intern auch so gesagt - aber sie haben als Gesetzgeber eben nicht “gegen Kinderschutz” stimmen wollen. Zumindest haben Ekin Deligöz und Sylvia Kotting-Uhl das als Motive angegeben. Bauchgefühl, aber das wird ja neuerdings gerne als “emotionale Intelligenz” verherrlicht.
Güldner dagegen hat 1. ein ungeeignetes Forum (ich teil Euch jetzt mal was mit), 2. einen inakzeptablen Tonfall und 3. für eine “digital gap”-Provokation ein völlig ungeeignetes Thema zu einem 4. unpassenden Zeitpunkt gewählt. Er war nicht aufgefordert an einer Abstimmung teilzunehmen, sondern hat ohne Not im Sommerloch wahlkämpfenden Grünen von hinten in die Beine gegrätscht. Bei einem Thema, von dem er keine Ahnung sondern auch nur Bauchgefühl zu bieten hat. Und das ist unterstes Niveau.